Politik-Talk in Aadorf: AGV Südthurgau diskutiert «Bilaterale III»
Rund 45 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Hinterthurgau trafen sich Anfang März bei der Heim AG Heizsysteme in Aadorf zum Politik-Talk des Arbeitgeberverbands Südthurgau (AGV). Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Chancen und Risiken das geplante Vertragspaket «Bilaterale III» für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringt.
Vor dem Podium erhielten die Teilnehmenden bei einem Rundgang Einblick in die Produktion und Entwicklung der Heim AG, die seit 1989 erneuerbare Energielösungen entwickelt und am Standort Aadorf moderne Wärmepumpensysteme produziert.
AGV-Präsidentin Maria Brühwiler betonte die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen Wirtschaft und Politik und dankte der Heim AG sowie den Sponsoren Schmid & Mawera und Burag Eschlikon für die Unterstützung.
Moderiert wurde der Abend von Christoph Lanter. Als Gesprächsgäste standen Jérôme Müggler (Direktor IHK Thurgau) und Ökonom Mathias Binswanger (FHNW/Universität St. Gallen) mit unterschiedlichen Perspektiven auf dem Podium. Der Bundesrat will das Paket bis Ende März ans Parlament überweisen; eine Volksabstimmung wäre frühestens 2027 zu erwarten.
Müggler unterstrich die Bedeutung stabiler Beziehungen zur EU und des gesicherten Zugangs zum Binnenmarkt für die exportorientierte Wirtschaft. Binswanger stellte dem mögliche gesellschaftliche Folgen gegenüber – insbesondere beim Bevölkerungswachstum durch Personenfreizügigkeit – und warnte vor zusätzlichem Druck auf Wohnraum und Infrastruktur sowie vor einem Souveränitätsverlust durch institutionelle Regeln.
In der Diskussion und den Publikumsfragen standen Zuwanderung, Fachkräftemangel und Planungssicherheit für Unternehmen im Vordergrund. Beim anschliessenden Apéro wurde das Thema vertieft. Der nächste Anlass des AGV Südthurgau ist die Generalversammlung vom 28. April.